Glaubensmanifest von Gerhard Ludwig Kardinal Müller

„Euer Herz lasse sich nicht verwirren!“ Joh 14,1

Angesichts sich ausbreitender Verwirrung in der Lehre des Glaubens, haben viele Bischöfe, Priester, Ordensleute und Laien der katholischen Kirche mich um ein öffentliches Zeugnis für die Wahrheit der Offenbarung gebeten. Es ist die ureigene Aufgabe der Hirten, die ihnen Anvertrauten auf den Weg des Heils zu führen.

Dies kann nur gelingen, wenn dieser Weg bekannt ist und sie ihn selber vorangehen. Dabei gilt das Wort des Apostels: „Denn vor allem habe ich euch überliefert, was auch ich empfangen habe“ (1 Kor 15,3). Heute sind vielen Christen selbst die grundlegenden Lehren des Glaubens nicht mehr bekannt, so dass die Gefahr wächst, den Weg zum Ewigen Leben zu verfehlen.

Es bleibt aber die ureigene Aufgabe der Kirche, die Menschen zu Jesus Christus, dem Licht der Völker, zu führen (vgl. LG 1). In dieser Lage stellt sich die Frage nach Orientierung.

Nach Johannes Paul II. stellt der Katechismus der Katholischen Kirche eine „sichere Norm für die Lehre des Glaubens“ (Fidei Depositum IV) dar. Er wurde mit dem Ziel verfasst, die Brüder und Schwestern im Glauben zu stärken, deren Glaube durch die „Diktatur des Relativismus“ massiv in Frage gestellt wird.

Gerhard Ludwig Kardinal Müller
Prefekt der Glaubenskongregation (2012 - 2017)

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Statements

Orientierung war und ist für uns Menschen aber überlebensnotwendig. Ein richtiger Kompass und eine korrekte Uhrzeit sind dafür unersetzlich. Jesus Christus gibt uns in der Lehre der Kirche von Anfang an eine klare Orientierung, damit wir den Weg zum Haus des Vaters finden.

P. Paulus Maria Tautz CFR

 

Kardinal Müller hat mit der ihm eigenen Prägnanz auf brilliante Weise alle wesentlichen Elemente unseres Glaubens in wenigen Punkten zusammengefasst.  Gerade für Jugendliche kann dieses Manifest eine große Hilfe sein, sich, dank der vielen hilfreichen Querverweise auf die Heilige Schrift und den Katechismus, mit dem Glauben der katholischen Kirche ernsthaft zu befassen und ihn sich zu eigen zu machen.

Dr. Nina Sophie Heereman

 

Jesus hat seine Jünger dazu aufgerufen, sein Evangelium in der ganzen Welt zu verkünden, ein Akt, der ganz eng an Zeugenschaft geknüpft ist. Evangelisierung ist weit mehr als bloße Glaubensvermittlung. Sie erfordert eine Identifizierung des Verkünders mit der Botschaft und eine entsprechende Lebensführung. Umso heilsamer, dass ein hoher Würdenträger wie Kardinal Müller ein Manifest veröffentlicht hat! Ich bin ihm sehr dankbar für sein klares Bekenntnis zum katholischen Glauben. Er ist ein mutiger Zeuge. Sein Glaubensmanifest ist wie ein Leuchtturm inmitten des Nebels des religiösen Analphabetismus und Relativismus. Er trotzt der zeitgeistlichen Aushöhlung der Lehre und steht ein für die Kirche Jesu Christi in Zeiten, in denen ihr eine böse DNA unterstellt wird. Er nennt sie heilig in Zeiten, in denen Heiligkeit mit Klerikalismus verwechselt wird. Er steht ein für die göttliche Offenbarung in einer Zeit des radikalen Anthropozentrismus und Immanentismus. Sein Manifest ist prophetisch angesichts der derzeitigen Ereignisse, insbesondere hinsichtlich des Synodalen Wegs, der die Lehre Jesu Christi per Mehrheitsentscheid verändern will. Unbeirrt steht er ein für den Zölibat und nennt beim Namen, dass die Kirche keinerlei Vollmacht zur Frauenweihe besitzt. Er traut sich, über Sünde zu sprechen in einer Zeit, in der diese Terminologie nur noch im Umweltkontext oder hinsichtlich der Straßenverkehrsordnung verwendet wird. Er thematisiert die Möglichkeit ewiger Gottesferne in einer Zeit, in der die Allversöhnungslehre in einem postmodernen Gewand daherkommt. Mich erfüllt es mit Hoffnung und Freude, dass es im Klerus noch Wegweiser gibt, Hirten, die die Schafe auf die Weide des Himmelreichs führen.

Dr. Margatete Strauss

 

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